HP Kleine Stadtführer |
Wichtige industrielle Ortschaft der Lomellina, am rechten Ufer vom Fluss Ticino.
Weltbekannt wegen der Schuherstellung, reich an Denkmälern von der Renaissancezeit.
| Inhalt | |
Die Mailänder Signorien, die durch die ausserordentliche Schönheit der Landschaft aber auch durch das reichliche Wild, an das das Gebiet reich war, angezogen waren, wollten Vigevano als ihre Lieblingsresidenz.
Fast alle Herzoge von Mailand haben in Vigevano manche Zeichen hinterlassen: Die Bergfeste wurde ausgebessert und erweitert und zu einem bequemen "regal palagioÈ verwandelt.
So wollte der "MoroÈ mit der Arbeit der berühmtesten Künstler der Zeit, wie Leonardo, Bramante, und mit der Hilfe einer Schar tüchtige Bildhauer und Maler den grossen Schloss zu dem grossartigsten, prächtigsten Königspalast verwandeln.
Zum Königspalast gehören die ALTE BERGFESTE, die durch einen grossartigen Ort dem "MastioÈ verbunden ist, und der 164 Meter lange und 7 Meter breite bedekte Weg, der durch das Tor Luchino Viscontis, worauf die grosse Schlange der Drasche-Shlange hervorragt, ins Innere des Palastes führte, die "FALCONIERAÈ mit dem luftigen Säulengang aus welchem "die Falken-SperberÈ auf die Jagd der Zugvogel geschleudert wurden, die zugemauerten Bogen der DAMENLOGE und die herzoglichen PFERDESTALLE, die 1000 Pferde enthalten konnten.
Der Turm wurde im höchsten Punkt der Stadt erbaut und mit mehrmaligen Anlauf fertiggestellt.
1198 begonnen, Ende des XV Jhts. von Bramante beendet.
Vom 55 Meter hohenprächtigenTurm Bramantes, und durch eine Unterführung und eine mit Marmortreppen versetzte Rampe, geht man auf den Ehrenhof des Königspalastes, ein Kunstwerk von unvergleichbarer Schönheit.
Der Platz, der 134 Meter lang und 48 Meter breit ist, ist auf drei Seiten mit einem behenden und bögenförmigen Säulengang umgehen.
Osten ist er von der Vorderseite der Domkirche geschlossen, die 1680 vom Bischof Vigevanos Juan Caramuel Lobkovitz entworfen und gebaut wurde.
Bei perspektivischem Anschein ist der Platz sehr herrlich.
In seinen Einzelheiten ist der Herzogplatz harmonisch, obwohl er Stile von verschiedenen Epochen aufweist.
Er ist durch den grossartigen Bau des mit welfischer Zinnenkrönung Glockenturms geherrscht.
Der Platz, der von Inspiration Bramantes unter der Führung des hofischen Baumeisters Ambrogio da Corte gebaut und von lombardischen Malern der Schule Bramantes wunderbar geschmückt wurde, ist dann von den Malern Casimiro Ottone und Carlo Bocca von Vigevano im Jahre 1911 ausgebessert worden und er ist aus architektonischer Anmut und Farbenpolychromie unvergleichlich.
Die zu Skt. Ambrosius gewidmete Domkirche wurde nach dem Willen des Herzogs Franz 2. Sforza im Jahre 1532 angefangen und im Jahre 1606 zu Ende geführt. Ausserdem zählt das Tempel unzählige Ílgemälde und Gemälde von Bernardino Ferrari, Franz Gonin, Vitale Sala, Bernardo Gatti und G.B. Garberini.
Unter den vielen dort stehenden Werken, sind die hl. Maria und hl. Margarete darstellenden Gemälde anzugeben, welche Gaudenzio Ferrari zugeschrieben sind. Sehr schön ist das Altarbild der heiligen Jakob und Christoph, die der Schule Leonardos gehört. òberdies sind ein mit Wasserfarben gemaltes Brett von Macrino d'Alba und das dem ersten Bischof von Vigevano Galeazzo Pietra gewidmete Marmormausoleum sehr wertvoll. Schön ist ferner das holzerne Prospekt des Doms, von Antonius von Lonate.
Der bekannte SCHATZ DER DOMKIRCHE enthält unter anderen: Ein Pergamentmessbuch mit Seiden- und Goldstickereien und mit Miniaturen von Augustin und Ferrante Decio; einen Bischofsstab aus Elfenbein, den berühmten Cellinis "FriedenÈ, ein Grabstickelsmeisterwerk; ein Priestergewand von besonderem geschichtlichem und künsterlerischem Wert da es in Monza fur die Kronung von Napoleone 1. angezogen wurde; heilige und profane Arazzen (Bruxelles, 1520; Oudennarde, XVII. Jhdt.).
Die Stadt beherbergt seit Jahren ein Schuhmuseum, das, ehemals Privatbesitz, nun als Stiftung der Stadt vermachtwurde.
Das Museums ist in verschiedenen Abteilungen gegliedert.
Die historiche Abteilung: Ausstellung von Schuhen und Nachbildungen von Schuhen, die in früheren Epochen getragen wurden; die Volkerkundliche Abteilung: Ausstellungvon Schuhenesemplaren, die bei anderen Völkern gebrauchlich sind, wie afrikanische Sandalen, holländische Holzschuhe, indianische Mokassins, arabische Pantoffeln, Ozeanische sandalen, chinesische Pantoffelchen, japanische Guetas, Eskimostiefel usw.und die Kuriositäten-Abteilung: Sammlungvon Schuhenwerken, die wegen ihrer Form sowie auf Grund des verwendeten Materials oder wegen ihrer Bestimmungszweckes interessant sind.